具体描述
Presenting unique and in-depth collaborations and editions with leading contemporary artists, Parkett has been the foremost international journal on art for nearly two decades.Plus, the issue features a special Parkett Inquiry: "Learning from Documenta?" Parkett #65 will feature three of today's most exciting mid-career painters: John Currin, Laura Owens, and Michael Raedecker.
Architekturgeschichte im Dialog: Eine Erkundung aktueller Forschungsperspektiven Dieses Jahrbuch widmet sich der facettenreichen und sich ständig weiterentwickelnden Landschaft der Architekturgeschichte. Im Zentrum stehen kritische Auseinandersetzungen mit etablierten Narrativen und die Eröffnung neuer Forschungsfelder, die sowohl die theoretischen Grundlagen des Fachs als auch dessen materielle und soziale Implikationen beleuchten. Die Beiträge dieses Bandes spannen einen Bogen von der tiefgreifenden Analyse historischer Bautypen hin zu innovativen Methoden der digitalen Rekonstruktion und Interpretation. Ein Schwerpunkt liegt auf der Dekonstruktion eurozentrischer Perspektiven. Mehrere Essays untersuchen die Komplexität nicht-westlicher Bauformen und deren Einbettung in spezifische kulturelle, klimatische und politische Kontexte. Dabei wird die traditionelle Trennung zwischen „Hochkultur“ und „vernacular architecture“ hinterfragt, indem die Expertise und das Wissen lokaler Handwerker und Bauherren in den Vordergrund gerückt werden. Diese Neuausrichtung ermöglicht ein tieferes Verständnis dafür, wie Architektur historisch als Ausdruck von Macht, Identität und Widerstand fungierte. Ein weiterer zentraler Themenkreis fokussiert auf die Materialität und die technologischen Schnittstellen der Architektur. Detaillierte Untersuchungen von Baumaterialien – von mittelalterlichem Mörtel bis zu den Verbundwerkstoffen der Moderne – werden mit historischen Produktionsprozessen und deren ökologischen Fußabdrücken verknüpft. Die Beiträge zeigen auf, wie materialtechnische Innovationen nicht nur ästhetische Entscheidungen bedingen, sondern tief in ökonomische Strukturen eingebettet sind. Die Rolle des Handwerkers, des Ingenieurs und des Architekten wird dabei neu justiert und deren komplexe Interaktion beleuchtet. Besondere Aufmerksamkeit wird der Schnittstelle zwischen Architektur und Raumtheorie gewidmet. Verschiedene Analysen widmen sich der Konstruktion von Erfahrung und Wahrnehmung in architektonischen Räumen. Es wird untersucht, wie Raum durch Licht, Klang und Bewegung konstituiert wird und welche sozialen und psychologischen Effekte dies auf die Nutzer hat. Dabei werden neben klassischen ikonografischen Lesarten auch phänomenologische Ansätze herangezogen, um die immersive Qualität gebauten Erbes zu erfassen. Die Diskussion umfasst dabei sowohl sakrale Räume, die auf Transzendenz abzielen, als auch profane Bauten, die alltägliche soziale Hierarchien manifestieren. Ein innovativer Strang dieses Jahrbuchs widmet sich der Anwendung digitaler Methoden in der Architekturgeschichte. Forscher präsentieren Fallstudien, in denen 3D-Scanning, Building Information Modeling (BIM) und digitale Rekonstruktionen eingesetzt werden, um fragmentierte oder zerstörte Bauwerke neu zu erschließen. Diese technologischen Werkzeuge werden jedoch nicht nur als bloße Visualisierungshilfen betrachtet, sondern als Instrumente zur Hypothesenbildung und zur kritischen Reflexion über die Grenzen der Rekonstruktion selbst. Die Debatte kreist darum, wie viel Interpretation in der digitalen Repräsentation enthalten ist und welche historischen Informationen dabei unvermeidlich verloren gehen oder akzentuiert werden. Die Auseinandersetzung mit der Moderne wird durch eine kritische Revision ihrer Entstehung und ihrer globalen Ausbreitung vertieft. Anstatt einer linearen Erzählung von Fortschritt werden unterschiedliche Moderne-Erzählungen in verschiedenen geographischen Regionen untersucht. Es wird nach den lokalen Anpassungen, den Ablehnungen und den hybriden Formen gefragt, die entstanden, als internationale Stile auf lokale Baupraktiken trafen. Die Rolle der Kolonialarchitektur und deren postkoloniale Aufarbeitung bildet hier einen wichtigen Diskussionspunkt. Schließlich bietet der Band eine Reihe von tiefgehenden Fallstudien, die oft übersehenen Bautypen gewidmet sind. Dazu gehören Infrastrukturbauten, temporäre Architekturen und Bauten des Alltagslebens, die meist abseits der Monumentalarchitektur studiert wurden. Die Analyse dieser „unsichtbaren“ Architekturen ermöglicht ein umfassenderes Bild der Gesellschaftsstruktur und der alltäglichen Lebenswelten vergangener Epochen. Die Erkenntnisse reichen von der Organisation mittelalterlicher Märkte bis hin zur Logistik moderner Industriebauten und zeigen, wie fundamental die gebaute Umwelt für die Organisation menschlichen Zusammenlebens ist. Zusammenfassend präsentiert dieser Band eine lebendige und kritische Momentaufnahme der aktuellen Architekturgeschichtsschreibung. Er ermutigt dazu, etablierte Kanons zu hinterfragen, interdisziplinäre Verbindungen zu stärken und die Komplexität der gebauten Welt in ihrer materiellen, sozialen und theoretischen Tiefe neu zu vermessen. Die Beiträge sind durch eine rigorose Quellenarbeit und eine ausgeprägte Sensibilität für die ethischen Implikationen der historischen Interpretation gekennzeichnet.